Belastungstest für Lebensversicherungen - Simulation eines Chrash
Beim Belastungstest für Lebensversicherungen wird eine so genannte Sicherheitsquote der Unternehmen ermittelt. Hierzu untersucht z.B. MORGEN UND MORGEN die Risiken der einzelnen Lebensversicherer, die aus den Verpflichtungen des Versicherungsbestands einerseits sowie der Kapitalanlagen andererseits resultieren.
Deren gegenseitige Wechselwirkung ("Duration GAP") wurde in einem auf dem GDV-Modell zu Solvency II
basierenden Verfahren analysiert und bewertet.
In diesem Verfahren werden jeweils ein Zinscrash und ein Aktiencrash simuliert. Das daraus entstandene benötigte Risikokapital wird dem verfügbaren Risikokapital gegenübergestellt und somit die Sicherheitsquote für die jeweiligelebensversicherung ermittelt. Werte von über 100% bedeuten, dass das Versicherungs-Unternehmen im Krisenfall über das erforderliche Risikokapital verfügt und die Auswirkungen der Krise tragen kann.
Für diese Untersuchung liegen MORGEN & MORGEN von allen teilnehmenden Lebens-Versicherern unternehmensspezifische Daten vor, die jedoch nicht immer vollständig publiziert werden. Anhand einer intensiven Analyse wurden die seitens der Lebensversicherer angegebenen Durationen der Aktiv- und Passivseite verifiziert, um diese Durationen und damit das vorgeschlagene Verfahren sowie die berechneten Quoten vergleichbar zu machen, ein zentrales Anliegen an ein Lebensversicherungs-Rating-Verfahren.
Details zum Verfahren
In diesem Verfahren werden jeweils ein Zinscrash (-2%) und ein Aktiencrash (-20%) simuliert. Das daraus resultierende benötigte Risikokapital wird den verfügbaren Eigenmitteln des Lebensversicherungs-Unternehmens gegenübergestellt und somit eine Sicherheitsquote ermittelt. Für das vorhandene Kapital werden die Eigenmittel:
- Eigenkapital
- SÜAF
- Stille Reserven in den Kapitalanlagen (Aktiva)
- Freie RfB
berücksichtigt.
Diese Daten werden den Bilanzen der Lebensversicherungen entnommen.
Darüber hinaus werden auch Stille Reserven in den Passiva herangezogen. Diese werden in einem dreistufigen Verfahren zu
Fall A: 100%
Fall B: 50%
Fall C: 0%
berücksichtigt.
Bei dem M&M Belastungstest wird bewertet,
- ob die Sicherheitsquote (Fall A) überdurchschnittlich ist -> 1 Punkt.
- ob bei hälftiger Anrechnung der Passivreserven (Fall B) die Sicherheitsquote über 100% bleibt -> 1 Punkt
- ob ohne Anrechnung der Passivreserven (Fall C) die Sicherheitsquote über 100% bleibt -> 1 Punkt
Damit ergeben sich folgende Bewertungen:
3 Punkte -> "ausgezeichnet"
2 Punkte -> "sehr gut"
1 Punkt -> "bestanden"
0 Punkte -> "kritisch"
"Nicht teilgenommen"
Für diese Untersuchung stellten alle teilnehmenden Lebensversicherer unternehmensspezifische Daten zur Verfügung, die in dieser Form nicht vollständig publiziert werden. Gesellschaften, die nur unvollständige
Daten lieferten oder die Lieferung ganz verweigerten, sind mit "nicht teilgenommen" gekennzeichnet und potentiell kritisch zu sehen.
(Quelle: Morgen und Morgen)
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